[fol 7aa v.14]
I.
Di tutsch kronik von Behem lant
wirt zcu rim hi wol bekant.
Do eteswen durch ere missetad
alle lute virdurbin drad
bis an acht von der sinflut,
dar nach den si quam zcu gut,
5 dy do bliben also lange.
Gen der sunen vff gange
dy selbin do irstanden,
[fol 7ab] si gingen al, sy kunden,
all wege czu mitten tage
10 in forchte vnd in groszer clage;
dy sinflut forchtin sy zcu phleg,
si gleubtin in selbir kein weg,
Do si waren vff dem (*f7ab-v.6) acker,
der do waz gnant Sennar,
15 da namen sy einen rad,
gar tumben mit der tad.
Si sprachen wedir sich also
vil vnweislichin so:
"Bowe wyr vns einen torm,
20 der an den humel mag geruren."
Du se den torm erbeitin,
mit harten cziegeln (*f7ab-v.15) si en bereitin,
leym sy an daz kalkis stad hattin,
si alle ouch ein sprach hatten.
25 Do missevil ir erbed god,
daz ir (*f7ab-v.19) schir in einen spod
ir czvngen do virwandelt,
do midde er si handelt,
als im gar wol czam, (*f7ab-v.22)
30 daz brudir brudir nicht virnam,
[fol 7ba] vnd ein yklicher iczund
nor sin czungin allein ver stund.
Ir arbeit missevil abir got
er schied sie von ein andir drot
35 mit iamer vnd ouch clage
alle halt vff einem tage.
Ein icklicher der selbin helt
czu hant im ein gegen (*f7ba-v.8) erwelt,
vnd von dem selbin komen
40 manigirley sie czu nomen.
Dy (*f7ba-v.11) eigintin in dar nach dy lant,
der nam noch aller ist bekant.
Dy Windin by den andirn,
da nun dy Crichin wandirn,
45 dy sich saczten by das mer,
vnd furn gein Rom mid erme her
gar wyde vber hert
vnd wol nu gemert.
czD 02
II.
Von den sibin brudirn,
di daz lant woltin furdirn.
Czu Winden ist ein gegent,
di ist Grauacia genent.
[fol 7bb] Do wont ein man, der hiz Tscheche, (*f7bb-v.1)
von dem ich hir nach spreche.
5 Einen mort hat er begangin,
dar vmb ir (*f7bb-v.4) nahe was gefangin,
da von er alczu hant
da virlos sin lant.
Der Tschech hatte ses brudir,
10 von den er had gwald vnd ere,
auch gesindes vil von in.
Er vant sy all mit sinem sin
by enandir in einer nacht.
dar vmb gink er vmbdacht
15 mid in allen vs dem land
Grauacia allcuo hand.
Do worden sy wandern
vs einem wald in den andirn,
vnd ir kinder mit vnfugin
20 sy vff irn achsyln (*f7bb-v.20) trugin.
Da si in weldin, als ich sage,
gegangen warn manichem tage,
dannoch quamen sy mid clage,
do ein groszer wald lag.
25 Sin gesinde gink czu hand
[fol 8aa] gar ein muede (*f8aa-v.1) groz an.
Do sprach Tsech: "We vnd we mir!
Was han ich getan so schir,
das ir als durch mich siet
30 in noten vnd vnstetiget!
Vnsir husir mid groszer clag
sint dicke weld vnd vinstir tag."
Hor von den Reifin, (*f8aa-v.8)
wi er den nom wold begrifin.
Cschech zcu sinem geverte sprach:
"Kom wir vndir den perk goch,
35 daz dy wil ruwen vnsir kinder,
vns ouch der ruwe nimant hinder!"
Des morgens in der erstin morginrot
Tschech gink selb sybende (*f8aa-v.15) drot
vff den berk, er vbir sach
40 alles land vnd sprach.
Er wert in mit ir dingin, (*f8aa-v.18)
das sy icht furbaz gingen.
"Ein lant hab wir vrisch,
der essen gwin wir vollen tisch,
45 wild, fogil, visch vnd honiges vil.
fur dy weint (*f8aa-v.23) stertk an zil."
[fol 8ab] Als noch wol mocht geschen,
das ich wil wir war gehn, (*f8ab-v.2)
das sy in der wiltnisze
50 sehen kein hindirnisze.
Wan sy von dem berk lugtin,
Reiff sy im den namen fugtin.
Si hettin brots czu dem erstin nicht,
si aszin vleis, visch zcu phlicht.
55 Auch in dem erstin iar
vmb grubin si vir war
dy acker mid hauwen.
Im andir iar czu powen
begunden sy mid dem phlug,
60 da von sy gewonen brots gnuk.
Wovon daz lant Behem \\ ist gnant.
Wan ir elteir, als ich sprech,
was geheiszin Tsech,
si hijszen durch in czu hand
Tsesch mid nomen Bemenland.
65 Czu der selbin czijt
warn en getrwe dy lued.
Was sy hetten al ein,
[fol 8ba] das was in allin gemein;
wen er (*f8ba-v.2) einer icht sprach
70 czu dem andirn, ob ers sach,
nam er es gar vrolich.
Doch spiltin sy gar gruwelich
mit einem bosin gebrechin,
als ich hir nach wil sprechin:
75 sy behiltin nicht ir e.
Das wart en an der sele we,
dy wile kein wip sicher was;
ein iclich man vil wibe las,
do midde si er (*f8ba-v.12) e brachin.
80 Des spiltin sy mid lachen,
recht wichlich (*f8ba-v.14) si lebtin.
Elich sy dar nach strebtin,
wy sy des nachtes tochtin
vnd nwe kuntschaf machtin.
85 Keinen richtir sy hettin,
wan sy in nicht vnrecht tetin,
machtin sy keinen strid
Da mid ich niemand triek,
alle wege sy dar nach trachtin
90 vnd czu dem andir lachtin,
[fol 8bb] wy sy nach rad ein recht begingen,
do mid disem sold gelingen,
wem vnrecht geschen were,
es wer einer adir der. (*f8bb-v.4)
95 Es sint vil iar von dem licht
virgangin, als man gicht,
das dy lute andirs nicht,
den mid der gwanheit, hettin phlicht.
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